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Experimente

In unserem ersten Buch "ÄGYPTISCHE PYRAMIDEN, Band 1" wird die These aufgestellt, dass Gesteinsblöcke mit angefeuchteten Holzkeilen aus dem Fels gesprengt wurden. Diese in der Literatur häufig aufgestellte These muß stark angezweifelt werden und wurde anhand eines Versuches überprüft.
Aus einem Steinbruch der Nordeifel, in der Nähe der Stadt Aachen, entstammt der für diesen Versuch ausgesuchte Kalksteinblock, der ein Gewicht von 450 kg besitzt. Die Ritzprobe mit einem Tropfen verdünnter Salzsäure, die beim Auftragen auf den Gesteinsblock mit heftiger Bildung von sprudelnden Bläschen reagierte, bestätigte uns, dass es sich um einen Gesteinsblock aus Kalk (Calcit) handelt.

Versuchsaufbau:
Mittels Bohrgerät und Stahlmeißel wurden innerhalb von zwölf Stunden vier Keillöcher in den Versuchsblock eingearbeitet. Die entsprechend der Lochform gefertigten Holzkeile wurden mit einem schweren Vorschlaghammer in die Keillöcher getrieben und mit einer Wasser-Berieselungsanlage 100 Stunden befeuchtet. Drei Sprengversuche mit Holzkeilen verschiedener Art (Zedern, Eichen und Buchenholz) wurden durchgeführt. Zur Anwendung kamen nur trockene Holzkeile, denen zur Optimierung im Ofen bei 100°C die Restfeuchte entzogen worden war.

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Ergebnis:

Trotz eines geringeren Abstandes sowie einer tieferen Einkerbung der Keillöcher gegenüber den üblichen Maßen in den ägyptischen Steinbrüchen kam es nicht zu einer Spaltung des Blockes. Durch diesen Versuch kamen wir zusätzlich zur Erkenntnis, dass die Pyramidenerbauer mit ihren Steinbeilen niemals die exakten Keillöcher unter Berücksichtigung des enormen Zeitaufwandes hätten herstellen können. Mit einem nachgegossenen Bronzemeißel wurde ein Bearbeitungsversuch durchgeführt, der nach 30 Minuten abgebrochen wurde, da der Meißel, ohne eine gravierende Bearbeitungsspur am Block zu hinterlassen, abstumpfte. Wie der vorbeschriebene Versuch zeigt, muss die Auffassung, nach der die Pyramidenerbauer die Keiltechnik zum Sprengen der Blöcke gekannt hätten, widerlegt gelten.
Bei unseren Nachforschungen haben wir bei keinem einzigen Pyramidenblock die Arbeitsspuren von halben Keillöchern entdeckt, die an den unbearbeiteten Blöcken sichtbar sein müßten. Die Spuren von Keillöchern an den losen Blöcken, die um die Gisa-Pyramiden liegen, haben mittelalterliche Steinräuber hinterlassen bzw. stammen aus jüngster Zeit, als die Pyramiden als Steinbruch für die Errichtung von Bauten in Kairo benutzt wurden.