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Vermessungen und Bauaufnahmen

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Wir versuchen durch Vermessungen der ägyptischen Bauwerke mit den dazugehörigen Bauaufnahmen und Bauzeichnungen die bauliche Situation zu erfassen und in kompakter Form mittels Bücher zu archivieren. Ein kleiner Ausschnitt über die bereits erbrachtenn Vermessungsarbeiten wird hier aufgeführt.


Südlicher Verbindungsgang zum Grabschacht
unterhalb der Djoser-Pyramide

1993 wurde der Eingang von einem der merkwürdigsten und geheimnisvollsten Gänge unterhalb der Djoser-Pyramide freigelegt. Wir haben diesen Verbindungsgang 1997 vermessen und eine Bauaufnahme erstellt. Dieser Gang verbindet den Südhof mit dem DjoserGrabschacht in einer Tiefe von 4,8 m und einem durchschnittlichen Querschnitt von 2,9 m Breite und 1,85 m Höhe. Der in den Fels geschlagene Gang mündet mit vielen Richtungsänderungen an der Südwest-Ecke in den Djoser-Grabschacht. Die ungenaue Bearbeitung des Ganges und die langen Meißelspuren lassen die Vermutung zu, dass der Gang nicht im Alten Reich sondern im Mittleren Reich oder sogar in der Spätzeit geschaffen wurde. Dass dieser Gang von Grabräubern angelegt wurde, ist schwer vorstellbar, da er für diesen Zweck viel zu groß und aufwendig angelegt ist und durch die eckige Form nicht der üblichen runden der Grabräubergänge entspricht, deren Erbauer wegen ihrer Schnelligkeit und Goldgier keinen Wert auf eine genaue rechteckige Ausgestaltung legten. Andererseits besteht die Möglichkeit, daß der Abtransport der Steinmassen (1.400 m3) für die Freilegung des Grabschachtes durch diesen Gang erfolgte. Somit wäre es nicht denkbar, dass Grabräuber diesen Gang angelegt haben. Ferner ist anzunehmen, daß die Hersteller des Südganges nicht von der außermittigen Anordnung des Grabschachtes wussten. So wurde der Eingang des Südganges genau in der Mitte der Pyramidensüdseite angelegt, genauso wie der 2. Pyramideneingang auf der Nordseite, der ebenfalls mittig angeordnet wurde. Wie aus der Zeichnung ersichtlich, erfolgte im hinteren Teil des Ganges eine größere Richtungskorrektur, so dass man noch an der äußeren Ecke in den Grabschacht mündete.

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Bis heute bleibt die Frage offen, welchen Sinn und Zweck dieser Gang hatte. Ist er ein Kultgang oder sollte hier eine weitere Bestattung erfolgen? Weiterhin ergeben sich Fragen im Zusammenhang mit den im Gang angeordneten Säulen und Pfeilern. Drei Pfeiler und zwanzig Säulen, welche mit Steinwerkzeugen grob bearbeitet wurden, sind in der ungefähren Gangmitte und mit unterschiedlichen Abständen aufgestellt. Bis auf einige Ausnahmen besitzen sie einen quadratischen Abakus und ein Fundament in gleicher Form. Bei den meisten Stützen besteht der Schaft aus mehreren Teilen. Der Spalt zwischen Decke und Abakus ist mit Kalkmörtel ausgefüllt, wobei eingeschlagene Holzkeile für die Stabilität sorgen. Wahrscheinlich wurden diese Stützen errichtet, als man in der Felsdecke die noch heute sichtbaren Risse bemerkte, welche durch die oberhalb liegenden Steinmassen des Pyramidenbauwerkes verursacht wurden. Im hinteren Gangbereich, in der Nähe des Grabschachtes, stehen zwei Säulen, an denen man zwei angeformte Becken im oberen Bereich der Säulen anbrachte. Die mit Fett und Öl gefüllten Becken enthielten einen Docht, der als Lichtquelle diente. Unseres Wissen nach ist die Anbringung einer Lichtquelle mittels ölgefülltem Becken an einem Säulenschaft einmalig in der ägyptischen Baugeschichte. Eine weitere Entdekung machte man im Gang an einer der vorderen Säulen im Eingangsbereich. Hier enthält ein gerippter Säulenschaft eine Kartusche, deren Pharaonenname leider nicht mehr lesbar ist. Von der Stelle aus, wo der Südgang in den Grabschacht mündet, gewährt der freigeräumte Grabschacht einen einmaligen Einblick in die Baugeschichte der Djoser-Pyramide. Der Schachtboden wird durch die von oben herabgestürtzen Steinblöcke und Balken bedeckt, die den Granitsarkophag des Pharao Djoser unter sich begraben. Diese Balken und Steinblöcke, die zur Schachtabdeckung bzw. zur Schachtausmauerung dienten, sind zum Teil im Bereich des gemauerten Mastabaschachtes noch sichtbar. An der Nordwand des Grabschachtes wird gut erkennbar, wie der 18 m hohe, schräg in den Felsen gehauene Nordschacht, der größtenteils noch ausgemauert ist, in den Grabschacht mündet. Im unteren Bereich der Ausmauerung (25 m) sieht man die Gangöffnung des nördlichen Pyramideneinganges in den Grabschacht einmünden.


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Königinnen-Pyramiden an der Cheops-Pyramide


Auf dem Ostplateau des königlichen Grabkomplexes errichtete Cheops für die Familienangehörigen eine eigene Nekropole. Diesen Bezirk der Königinnen Pyramiden befreite der damalige Direktor der Pyramidenbezirke, Dr. Zahi Hawass, vom Schutt und restaurierte die Gang- und Grabkammern. 1998 wurden die freigeräumten Königinnen-Pyramiden und deren Umgebung von uns vermessen und mit Bauzeichnungen dokumentiert. Einen kleinen Teil dieser Bauzeichnungen möchten wir auf diesem Wege der Öffentlichkeit vorstellen.

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